Sommer, Sonne, Sendepause! Ich habe mich dieses Jahr für eine sechswöchige Sommerpause bei meinem Independent-Podcast Marketing-GeschichteN entschieden. Das fiel mir gar nicht leicht, ehrlich gesagt. Jede Veröffentlichungslücke bedeutet, dass mein Podcast weniger (bis gar keine) Hörer*innen gewinnt. Und auch, wenn meine Priorität beim Podcasten nicht darauf liegt, möglichst viel Reichweite zu generieren, ist es doch etwas frustrierend, einen riesigen Knick in den Statisten zu sehen.
Deswegen habe ich dieses Jahr ziemlich gehadert: Mache ich eine Pause oder nicht? Dass diese Entscheidung nicht nur mich umtreibt, ist dabei ganz beruhigend. Ich habe in einer Ausgabe des Newsletters „Beifahrersitz“ von Denise Fernholz gelesen, dass sie sich für ihren Podcast „SIND WIR ENDLICH DA?“ auch mit dem Thema Pause beschäftigt.
Halbe Sommerpause bei Marketing-GeschichteN: Podcast-Folgen nochmal verwenden
Ich habe mich mal ein wenig umgeschaut, wie es andere Podcaster*innen machen, die eine Pause brauchen. „Baywatch Berlin“ hat die Summerbreeze, Bill und Tom Kaulitz machen mit ihrem Podcast „Kaulitz Hills“ eh nie Pause und „Geschichten aus der Geschichte“ ist auch in den Sommermonaten da. Aber ein anderer großer deutschsprachiger Podcaster braucht offensichtlich auch mal eine Pause: Matze Hielscher! Auf dem Podcast-Kanal von „Hotel Matze“ erscheinen zu besonderen Anlässen , wie etwa Weihnachten, besonders interessante, ältere Folgen.

Da dachte ich mir: Das kann ich auch! In meinen Podcast-Folgen werden nur selten aktuelle Trends aufgegriffen und die Geschichten, die ich erzähle, fallen somit eigentlich in den Bereich „Evergreen Content“. Perfekt zum Reposten!
Kurz erklärt: Was ist Evergreen Content
Evergreen Content (grob übersetzt „immergrüne Inhalte“) sind Inhalte, die keinen aktuellen oder saisonalen Bezug haben. Sie sind immer interessant und können somit das ganze Jahr über gelesen, gehört oder geschaut werden. Ein Beitrag darüber, warum wir O-Saft zum Frühstück trinken, ist zum Beispiel auch noch in einem Jahr spannend, während die Tagesschau von vor zwei Wochen heute nicht mehr ganz so interessant ist. Schließlich hat sich in der Zwischenzeit schon einiges verändert .
Sechs Wochen Podcast-Episoden reposten: Wie aufwendig ist das?
Die Auswahl für meine Sommerpause war gar nicht mal so einfach. Schließlich hatte ich mich im Laufe der Zeit ein bisschen weiterentwickelt und mir alte Folgen von mir nochmal anzuhören, war teilweise schon ein wenig cringe. Hier mal ein Wortspiel zu viel oder dort mal einen Namen schön denglisch ausgesprochen. Aber alles in allem bin ich wirklich zufrieden mit den sechs Folgen, die ich für meine Sommerpause ausgewählt habe.
Ich entschied mich zwar auch dafür auf meinem Instagram-Kanal eine Pause einzulegen, einen Post, wenn die Folgen online sind, wollte ich aber dennoch einplanen. Das war dann auch der einzige Arbeitsaufwand, den ich für sechs Wochen Podcast-freie Zeit hatte. Und die hatte ich auch dringend nötig. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe dieses kleine Projekt. Nur manchmal ist es neben einer 40-Stunden -Woche, einem Sozialleben, einem Sprachkurs, der Familie und Sport dann doch etwas viel.
Erholung in Irland und ein Gastauftritt
In den sechs Wochen, in denen ich alte Podcast-Folgen gepostet habe, war ich in Irland, habe mich mit Freund*innen getroffen, war auf einem Festival und habe mich richtig erholt. Das war richtig toll.

Das einzige Mal, das ich wirklich noch aktiv etwas für meinen Instagram-Kanal machen „musste“, war als ich von Denise (obern schon erwähnt) eine Nachricht bekam, dass die Folge ihres Podcasts „SIND WIR ENDLICH DA?“, für die sie mich lieberweise interviewt hat, online ist. Das habe auf meinem Instagram-Kanal geteilt und das wars dann auch schon.
Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass über diesen kleinen Gastauftritt ein paar neue Spotify- und Apple-Podcast-Follower*innen auf mein kleines Format aufmerksam geworden sind. Das muss man später bei der Analyse natürlich berücksichtigen.
Sommerpause als Independent-Podcasterin: Ein Blick in die Zahlen
Natürlich habe ich nach den sechs Wochen Sommerpause auch einen Blick in die Zahlen geworfen. Ich hoste meinen Podcast bei Acast und kann daher ganz bequem einsehen, wie die Folgen performt haben und sie miteinander vergleichen. Die erste Episode, die ich gepostet habe, war eine Kooperationsfolge mit dem Podcast Talk Nerdy To Me. In der Episode geht es darum, wie die Tour de France entstanden ist.

Beim Blick in die Statistiken war ich, ehrlich gesagt, etwas überrascht. Diese und alle anderen Folgen haben in den ersten 30 Tagen besser abgeschnitten als bei ihrer ursprünglichen Veröffentlichung. Ich habe hier mal nur die erste wiederveröffentlichte Folge gescreenshottet. Aber die restlichen Performance-Grafikn sehen ungefähr genauso aus.
Gründe für die gute Performance der erneut geposteten Folgen
Dass die Episoden in der Sommerpause so gut performt haben, kann natürlich viele Gründe haben. Der triftigste ist für mich momentan, dass bei vielen Folgen fast ein Jahr zwischen den Veröffentlichungen liegt. In dieser Zeit konnte ich ein kleines, aber feines Wachstum verzeichnen. Das heißt aber auch, dass beim ersten Posten noch nicht so viele Leute über die neue Folge benachrichtigt wurden, wie jetzt. Weitere Gründe könnten sein:
- Veröffentlichungszeitpunkt (die Tour de France-Folge kam beispielsweise zum Start des Rennens)
- Erwähnung in anderen Podcasts
- Etwas größere Social-Media-Reichweite, die dafür sorgte, dass Menschen auf die neuen Folgen aufmerksam wurden
Generell habe ich aber durch die reposteten Folgen keine neuen Hörer*innen gewonnen. Die durchschnittliche Anzahl an Hörer*innen ist im Vergleich zu meinen üblichen, neuen Folgen sogar etwas zurückgegangen. Auch konnte ich zwar ein paar Spotify-Follower*innen in den sechs Wochen gewinnen, aber das kam eher durch meinen Gastauftritt als durch meine Sommerpause light.
Pause als Indi-Podcast: Mein Fazit
Die Pause hat mir definitiv gut getan. Ich habe mittlerweile wieder richtig Lust drauf, neue Folgen zu produzieren. Vor der Pause fühlte sich das manchmal doch ein wenig nach Druck an. Bei dem Blick in die Statistiken bin ich wirklich froh, dass ich alte Podcast-Folgen nochmal veröffentlicht habe. In der neuesten Episode von Marketing-GeschichteN habe ich die Hörer*innen drum gebeten, mir mal Feedback zu geben, was sie von dieser Art der Pause halten. Sollte das bei den Hörer*innen genauso gut ankommen, wie bei mir (haha!), werde ich meine Pausen immer so gestalten.
Falls du Feedback zu der Sommerpause oder zu diesem Artikel hast, lass gerne einen Kommentar da.
Wir hören und lesen und hoffentlich bald wieder!
Nadine
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Marketing-GeschichteN ist ein Podcast, in dem ich (Nadine) die Geschichte hinter einflussreichen Kampagnen erzähle, die unser tägliches Leben beeinflussen. Vom Stanley Cup bis zu Swifties und von Zahnpasta bis Cellulite.
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