Priorisieren: Wie ich für meinen Podcast entscheide, was wichtig ist 

Instagram, TikTok, Blog, Crossover-Folgen, YouTube – wenn man einen Podcast betreibt, gibt es viele Kanäle, die „nebenbei“ bespielt werden möchten. Wie ich entschieden habe, welche für mich wichtig sind.

Ich habe meinen Podcast Marketing-GeschichteN eigentlich nur aus einem Grund gestartet: Spaß. Es bringt mir unheimlich viel Freude, diese kleinen Fun Facts und Geschichten aus der Werbebranche zu recherchieren und mein Wissen mit anderen zu teilen. Ich habe am Schreiben Spaß, am Aufnehmen Spaß und auch am Schneiden Spaß. Ich gebe mir bei jeder Folge viel Mühe und auch, wenn ich das Format nicht ins Leben gerufen habe, um daraus ein Business zu machen oder Stadien zu füllen, möchte ich natürlich, dass ein paar Menschen meine Geschichten auch hören. 

Und hier bin ich in dem Dilemma, in dem sich wahrscheinlich viele Indi-Podcaster*innen befinden: wie kann ich Menschen auf mein Format aufmerksam machen? 

Reichweite für den Podcast: Welcher Kanal ist der richtige?

Um Menschen für den eigenen Podcast zu begeistern, ist mittlerweile ein eigener Social-Media-Auftritt die offensichtlichste Option. TikTok ist gut für die Discovery. Rund 80 Prozent der Gen Z entdecken neue Podcasts über TikTok, wie eine Studie zeigt. Auch YouTube ist hoch im Kurs. Hier ist der Anteil sogar noch höherer: 84 Prozent der Studienteilnehmer*innen gaben an, über YouTube neue Podcasts zu entdecken. Auf Instagram kann man viele Menschen erreichen und eine Beziehung zu Hörer*innen aufbauen, ein Blog-Artikel hilft bei der Auffindbarkeit auf Google, Bing und Co. (obwohl das mit der Integration von KI in die Suchergebnisse auch zunehmend schwieriger wird). Schöpft man all diese Kanäle aus, produziert man plötzlich nicht mehr „nur“ einen Podcast, sondern auch Text-, Bild- und Video-Content. In meinem Fall ist das neben einem Vollzeitjob und ohne krasse (kostenpflichtige) KI-Tools schon ein großer Arbeits- und Zeitaufwand.

Ein Tisch, auf dem eine Schüssel mit Weintrauben steht, ein Podcast-Mikro liegt und eine Tasse mit Matcha-Latte

Wie mache ich Menschen auf meinen Podcast aufmerksam?

Akribische Kanalpflege am Anfang, Unzufriedenheit am Ende

Als ich mit Marketing-GeschichteN angefangen habe, habe ich probiert, den Blog und den Instagram-Account akribisch zu pflegen. Mein Ziel waren mindestens drei Posts die Woche (am besten alles Reels) und ein Blog-Artikel, der zeitgleich mit der Folge online geht.

Ich habe TikTok und YouTube ausgeschlossen, weil ich mich vor der Kamera, ehrlich gesagt, nicht 100 prozentig wohlfühle. Deswegen habe ich ja einen Podcast gestartet. Der Video-Podcast-Trend macht mir daher nicht nur wegen des größeren Produktionsaufwands irgendwie etwas Sorgen.

Aber auch nur diese beiden Kanäle – Blog und Instagram – plus die Produktion der Folgen kosteten mich neben dem Job viel Zeit. Ich konnte den von mir selbst auferlegten Plan nicht erfüllen, ohne Nachtschichten zu schieben oder auf Sport und meine Freund*innen zu verzichten. Das wollte ich nicht. Ich merkte, dass mich das Ganze immer mehr stresst. Immer öfter ließ ich den Blogpost weg. Mal postete ich wie geplant drei Beiträge in einer Woche, mal kam einen Monat gar nichts, weil ich es einfach nicht geschafft habe.

Ein Freizeitprojekt sollte keine Bauchweh verursachen

Ende 2024 hatte ich einiges ausprobiert, war aber so wie es lief nicht zufrieden mit dem Blog und mit dem Instagram-Account. Irgendwas musste sich ändern. Ich überlegte mir, was ich anders machen könnte, und kam zu dem Ergebnis, dass ich besser priorisieren und meine Ressourcen realistischer einschätzen müsste.


Ab zum Instagram-Account und zur Kaffeekasse von Marketing-GeschichteN

Am Anfang dieser „Analyse“ überlegte ich, welcher Kanal wohl am vielversprechendsten wäre, um neue Hörer*innen zu erreichen? Das war, wenn ich es richtig angehen würde, TikTok (neuer Kanal) und Instagram (bestehender Kanal). Ich machte mir einen Plan, was ich wann posten würde, wie ich Content recyceln könnte und wie ich das in meine Wochenplanung aufnehmen kann — und bekam irgendwie Bauchweh. Ich will mich nicht für mein eigenes Projekt vor die Kamera zwingen. Ich möchte Audio-Inhalte machen. Und vor allem will ich nicht, dass mir mein Spaßprojekt Bauchweh bereitet. 

Prio 1: Was macht mir Spaß?

Irgendwie auf meinen Podcast aufmerksam machen, möchte ich, aber ich denke, ich habe mir zu Beginn die falsche Frage gestellt. Es geht nicht darum, was mir am meisten bringt, sondern, was mir Spaß macht. Schließlich ist das mein Projekt und ich habe den Podcast gestartet, weil er mir Spaß macht. Priorisiere ich nach der Frage: was bringt mir am meisten Spaß und was fällt mir leicht, ist die Antwort einfach. Am meisten Spaß bringt mir der Podcast. Danach kommt das Schreiben eines Blog-Posts und danach Social-Content produzieren. 

Daraus ergeben sich die Prios: 

Pro 1: Podcast

Prio 2: Blog 

Prio 3: Instagram 

Ein Laptop, ein Podcast-Mikro und ein Notizbuch auf einem Tisch

Ich habe mir also folgendes vorgenommen: Wenn ich eine volle Woche habe, dann produziere ich auf jeden Fall eine Podcast-Episode. Es ist mir wichtiger, dass jeden Dienstag eine gute Folge herauskommt, als dass dazu zeitgleich auch der Blog-Post oder drei Social-Posts online gehen. Da mir der Blog-Post Spaß bringt, kommt der meist dann auch in der Woche, in der die Folge online ging. Und für Instagram habe ich mir einen Post pro Woche vorgenommen. Was da passiert, sehe ich mittlerweile auch viel gelassener. 2024 habe ich viel herumprobiert und war immer irgendwie enttäuscht, dass nichts den „Durchbruch“ gebracht hat. Mittlerweile geht es mir eher darum, dass auf dem Account überhaupt was passiert. 


Intermezzo: Dreht Meta durch? 

Dass mir mein Instagram-Account zum Podcast nicht mehr so wichtig ist, hat auch mit den Entwicklungen in den USA zu tun. Will ich eine Plattform mit Bildern, Videos und meinen Inhalten füttern, die zum Meta-Konzern gehört und von einem der Bros von Trump geführt wird? Eigentlich nicht. Möchte ich mit meiner Aufmerksamkeit Zuck’ und Konsorten als Produkt dienen, mit dem sie Millionen scheffeln? Nein! Nutze ich die Plattform trotzdem? Ja. Ich bin irgendwie in einem Dilemma (mal wieder!). Falls ihr dazu Gedanken habt, schreibt sie mir gern. 


Ich fahre mit dieser Priorisierung ganz gut. Auch, dass ich mir einfach sage, dass niemand auf die zusätzlichen Inhalte wartet, hat den Stress genommen. Ich erreiche mit den Blog-Posts und Instagram-Posts rund um meinen Podcast vielleicht nicht so schnell eine große Menge an neuen Hörer*innen, wie ich es tun würde, wenn ich alle mir zur Verfügung stehenden Kanäle konsequent nutzen würde. Aber das ist mittlerweile für mich zweitrangig. Ich möchte Spaß an meinem Podcast Marketing-GeschichteN haben — und das habe ich wieder. Und auch wenn ich jetzt nicht jeden Tag 100 Spotify- und Apple-Podcast-Follower*innen dazu gewinne, ein kleines Wachstum kann ich doch monatlich verzeichnen. Ich freue mich über jede neue Person, die meinen Podcast hört, weil ich das Gefühl habe, dass da dann auch wirklich Leute zu hören, die Spaß an meinen Inhalten haben. Das ist für mich ein wichtigerer Antrieb als schnelles Wachstum und vollgestopft Content-Pläne. 


Du kennst den Podcast noch nicht?

Marketing-GeschichteN ist ein Podcast, in dem ich (Nadine) die Geschichte hinter einflussreichen Kampagnen erzähle, die unser tägliches Leben beeinflussen. Vom Stanley Cup bis zu Swifties und von Zahnpasta bis Cellulite.

Jetzt reinhören!

Silvester-Spezial 2025 Marketing-GeschichteN

Ich hoffe, bei euch steht der Sekt schon kalt und der Glücksklee ist schon in den Startlöchern. 🥂Die letzte Folge von Marketing-GeschichteN im Jahr 2025 übernehme ich (Nadine) wieder selbst – und habe gleich zwei Ankündigungen. Schreibt mir gerne was ihr davon haltet, entweder als Kommentar unter der Folge, auf Instagram oder per Mail an Marketinggeschichten@gmail.com. Im nächsten Jahr geht es weiter mit den Takeover-Folgen und ich bin ab Februar wieder zurück. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2026! 🆕 Neu: Jetzt schon meinen Newsletter “Podcast ohne Kohle” abonnieren. Einfach HIER klicken.Danke fürs Zuhören! 💞Wenn dir der Podcast gefällt, freue ich mich über eine Bewertung oder einen Follow.Wenn du Themenvorschläge hast, schick mir eine Mail an marketinggeschichten@gmail.comDu möchtest Marketing-GeschichteN unterstützen? Spendier mir einen Kaffee: https://ko-fi.com/marketinggeschichtenMehr von Marketing-GeschichteN findest du hier:Zum Blog mit Bildmaterial und Zusatzinfos: https://guterdinge.blog/Folgt dem Podcast auf Instagram: @marketinggeschichtenHost, Produktion, Schnitt und Recherche: Nadine von Piechowski Musik: Audiojungle  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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