Wer hat den Michelin-Stern erfunden?

Ein Teller mit einem Gourmet-Gericht

Ein kleines Symbol, das in der Welt der Gastronomie für große Aufregung sorgt: Der Michelin-Stern. Dabei hatte der Ursprung der Auszeichnung gar nichts mit Gourmet-Küche zu tun.

Die Geschichte des Michelin-Stern beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. 1889 gründen die beiden Brüder Édouard und André Michelin in Frankreich das Unternehmen Michelin. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Fabrik für Gummiwaren. Das Unternehmen begann irgendwann mit der Herstellung von Fahrradreifen, bevor sie dann zu Autoreifen aus Gummi übergingen.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war der Markt für Autoreifen relativ klein. Um 1900 hatten in Frankreich vermutlich nur wenige Tausend Menschen ein Auto, wahrscheinlich zwischen 2.000 und 3.000 Personen. Das Automobil war damals ein Statussymbol der Oberschicht und für die breite Bevölkerung noch völlig unerschwinglich. 

Die Michelin-Brüder wollten natürlich trotzdem mehr Reifen verkaufen und gingen die Sache ziemlich clever an. Anstatt drauf zu warten, dass mehr Leute sich irgendwann mal ein Auto leisten können, wollten sie dafür sorgen, dass die Menschen, die ein Auto haben, mehr damit fahren.

Mehr Fahrten = mehr Abnutzung = schneller neue Reifen

Zunächst versuchten Èdouard und Andrè die Menschen mithilfe von mit originellen Werbemaßnahmen wie großen Straßenkarten, kostenlosen Werkstattverzeichnissen und Hinweisen auf sehenswerte Orte Autofahrer*innen zu motivieren, mehr zu reisen – und dadurch den Reifenverschleiß zu steigern. Schließlich kamen die beiden darauf all ihre Informationen in einem kleinen roten Büchlein zu bündeln und 1900 entstand der erste Michelin-Guide. Ursprünglich war der Michelin-Guide ein kostenlos verteiltes Handbuch für Autofahrer*innen, das  praktische Informationen wie Werkstätten, Tankstellen, Unterkünfte und auch erste kulinarische Empfehlungen enthält. Ein kostenloses Werbemittel, um das Autofahren zu fördern – und aus heutiger Sicht Content Marketing vom Feinsten. 

Michelin-Stern: 1926 ging es um den Genuss

Das weltberühmte Sternesystem zur Bewertung von Restaurants wurde 1926 eingeführt. Der Fokus liegt jetzt nicht mehr nur auf dem Reiseziel, sondern auf dem Genuss unterwegs. Die Sterne sollten den Autofahrer*innen zeigen, für welches Restaurant es sich lohnte einen Stopp zu machen – zunächst nur in Frankreich und zunächst bekommen die Restaurants auch nur einen Stern. Zu den ersten Köch*innen, die einen Stern bekamen, zählte zum Beispiel Fernand Point, der als Erfinder der modernen französischen Küche gilt und für seinen Ausruf “Butter! Butter! Butter!” bekannt war. 1931 wird dieses Bewertungssystem erweitert. Insgesamt können die Köch*innen seitdem drei Sterne ergattern.


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Ab 2006 gibt es auch in den USA Michelin-Sterne

Die Vergabe von Michelin-Sternen außerhalb Frankreichs startete übrigens in den 1930er Jahren, als der Guide auf andere europäische Länder wie Belgien, Deutschland, die Schweiz und Großbritannien ausgeweitet wurde. Die internationale Expansion setzte sich erst im 21. Jahrhundert fort: 2006 wurden erstmals Sterne in den USA (New York) vergeben, 2007 in Tokio, später auch in Hongkong, Macau, Singapur, Seoul, Shanghai und weiteren Ländern und Städten Asiens

Für viele Köchinnen und Köche ist ein Michelin-Stern das größte Ziel ihrer Karriere. Die Köchin Eugénie Brazier hält den Rekord: Sie erreichte 1933 mit zwei Restaurants sechs Michelin-Sterne. Es ist schon faszinierend, wie ein kleiner roter Reiseführer, gedacht für Pannenhilfe und Tankstellen-Tipps, zu einem der wichtigsten Gastronomie-Gütesiegel der Welt wurde.


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Warum können wir Werbekugelschreibern nicht widerstehen? mit Steven Baumgaertner Marketing-GeschichteN

Wann hast du dir das letzte Mal einen Kugelschreiber gekauft? Ich ehrlich gesagt noch nie und trotzdem habe ich immer einen zu Hause. Von der Uni, der Arbeit oder Unternehmen, die mir den Kugelschreiber während eines Messebesuchs geschenkt haben. Das clevere daran aus Marketing-Sicht: Dadurch, dass ich den Kugelschreiber jeden Tag mehrfach nutze, habe ich auch jeden Tag mehrfach Kontakte mit der Marke, die auf dem Kugelschreiber steht. Aber wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Der erste Werbekugelschreiber stammt von der französischen Firma BIC (neben Kugelschreiben heute bekannt von Feuerzeugen oder Einwegrasierern). Gegründet wurde das Unternehmen von Baron Marcel Bich, der die Kugelschreiber als erster als Werbemittel einsetze und damit den Grundstein für haptisches Marketing legte. In dieser Folge spreche ich mir Steen Baumgaertner, CEO & Global Director Sales der Cybergroup International. Im Interview erklärt Steven, warum Kugelschreiber auch bei ihm immer noch ziehen, warum die vermeintlich langweiligen Werbemittel immer noch die erfolgreichsten sind und wieso man einfach keinen Kugelschreiber ausschlägt. Weiterführende Links: Steven auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/steven-baumgaertner-8b54727b?originalSubdomain=de Cybergroup International: https://mycybergroup.com/pdf/kataloge/CYBERGROUP–LOOK-BOOK-/index.html Steven im Business Insider: https://www.businessinsider.de/karriere/abi-shirts-im-klassenzimmer-jetzt-beliefert-er-audi-und-die-bahn/ Danke fürs Zuhören! 💞Folg' oder bewerte den Podcast im Player deiner Wahl.☕️ Zur Kaffeekasse🤳 Instagram: @marketinggeschichten✍️ Newsletter: Podcast ohne Kohle🗒️Blog: https://guterdinge.blog/💌 Kontakt: marketinggeschichten@gmail.comHost, Produktion, Schnitt und Recherche: Nadine von Piechowski Musik: Audiojungle  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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