Pralinen gibt es seit dem 17. Jahrhundert und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Laut Statista kauften im Jahr 2023 9,3 Millionen Menschen in Deutschland mindestens alle zwei Wochen Pralinen.
Ein Unternehmen hat nicht nur „die längste Praline der Welt“ auf den Markt gebracht, sondern produziert bis heute die beliebteste Praline Deutschlands: Ferrero. Nutella, Kinderschokolade, Bueno – die Liste der Süßigkeiten, die aus dem Hause Ferrero stammen, ist lang. Mon Chérie zählt zu den ursprünglichen Produkten des Konzerns und hatte allerdings einen enormen Einfluss auf den Erfolg von Ferrero.
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Pietro Ferrero Senior kam aus der Region Piemont
Angefangen hat alles mit einer Konditorei in Alba in der italienischen Region Piemont. Eröffnet wurde diese Konditorei in den 1940er Jahren – und zwar vom 1898 geborenen Konditor Pietro Ferrero Senior.
Die Konditorei war unter anderem so erfolgreich, weil Pietro Ferrero die erste Version einer Nuss-Nougat-Creme entwickelte, die wir heute als Nutella kennen. Zunächst hieß die Creme Pasta Gianduja. Ab 1951 brachte Ferrero die vom Sohn Michele Ferrero verfeinerte Rezeptur „Supercrema“ auf den italienischen Markt. Nutella kam in Deutschland übrigens erst in den 1960er Jahren auf den Markt und der Name setzt sich aus dem englischen Wort „Nut“, also Nuss, und der italienischen weiblichen Verniedlichungsform „-ella“ zusammen.
Mon Chérie und die Piemont-Kirsche kommt nach Deutschland
1956 eröffnete Pietros Sohn Michele Ferrero im hessischen Stadtallendorf den ersten Ferrero-Standort außerhalb Italiens. Angefangen hat Ferrero in Deutschland mit fünf Mitarbeiter*innen: ein Ingenieur aus Turin, eine deutsche Sekretärin und drei Arbeiter aus Alba. Sechs Monate später hatte Ferrero Deutschland über 60 Mitarbeiter*innen und gegen Ende 1957 bereits 150 Angestellte. Das zeigt, wie schnell der Süßwarenkonzern in Deutschland Erfolg hatte. Einen nicht unerheblichen Einfluss darauf hatte zum einen das Wirtschaftswunder in Deutschland und zum anderen Mon Chérie. Die Praline ist 1957 auf den Markt gekommen.
1957 wurden täglich rund 9000 kg Mon Chérie produziert. Schon ein Jahr später wurde die Produktion auf 20.000 kg pro Tag erhöht. In den USA wurde Mon Chérie übrigens zunächst mit anderen Zutaten verkauft, die eher unseren Ferrero Küsschen entspricht, also mit einer Haselnuss in der Mitte und Milchschokolade außen rum.
Mon Chérie: Das Marketing mit der Piemont-Kirsche
Mon Chéri wurde von Anfang an mit der Piemont-Kirsche beworben. Wer gut aufgepasst hat, weiß jetzt, dass Piemont eine Region in Italien ist. Über diese Region sagt eine Sprecherin von Ferrero gegenüber dem Spiegel:
Um den Bedarf an Kirschen zu decken, die wir für die Herstellung der Pralinen brauchen, würde die gesamte Kirschernte im Piemont nicht ausreichen.
Also: Die Piemont-Kirsche gibt es so eigentlich gar nicht und ist eine reine Erfindung der Marketing-Abteilung von Ferrero. Ein Großteil der verwendeten Kirschen stammt sogar aus Baden-Württemberg.
Das Wort Piemont-Kirsche ist eine im Markenregister eingetragene Marke. Laut Ferrero verbinden Verbraucher*innen mit dem Begriff „Piemont-Kirsche“ eine Qualitätsvorstellung. Noch ein spannender Side Fact: Ferrero erfand sogar eine Qualitätsprüferin, die die Piemont-Kirschen auf ihre Eignung für Mon Chéri prüft.
Erweiterung des Sortiments
Das Mon Cheri-Sortiment wurde in den 2000ern erweitert. 2016 kam Mon Chéri Sweet Cherry als neue Sorte auf den Markt, Ende 2019 wird Mon Chéri Vodka mit Wodka angeboten und Ende Oktober 2021 kam dann Mon Chéri Orange Fusion, die mit Orangenlikör gefüllt ist.
Mon Chéri ist übrigens französisch und heißt „mein Liebling“ – für viele Deutsche trifft das sicher auch auf die Praline zu.
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