Hatte Dr. Oetker wirklich einen Doktortitel?

Einem Doktor kann man vertrauen – oder nicht? Wer heute einen Kuchen oder Brot backen möchte, greift höchstwahrscheinlich zum Backpulver von Dr. Oetker. Aber wer hat das eigentlich erfunden? Und wieso ist das immer in so kleinen Tütchen? Antworten bekommst du in der sechsten Folge von Marketing-GeschichteN.

Ein Doktortitel verleiht Marken einen Namen, der nach Qualität, Wissenschaft und Zuverlässigkeit klingt. Aber haben wirklich alle Gründer*innen, auch wirklich einen Doktortitel? In der sechsten Folge von Marketing-GeschichteN widmen wir uns dem Marketing mit akademischen Titeln – und zwar am Beispiel eines der größten Familienunternehmen, das aus Deutschland stammt. Es geht um die Frage: Hatte Dr. Oetker wirklich einen Doktortitel?

Angefangen hat alles in einer von damals vier Apotheken in Bielefeld, die August Oetker 1891 übernahm. In dieser Apotheke richtete Oetker ein Labor ein, in dem er verschiedene Produkte entwickelte, die er in der Apotheke verkaufte. Darunter auch ein Gesundheitskakao. Auf der Website von Dr. Oetker heißt es, dass er 1893 hier in seiner „Geheimbutze“ das Backpulver entwickelte, das wir heute besser als Backin kennen.  


Marketing-GeschichteN jetzt bei Instagram

Du möchtest noch mehr Infos und Bildmaterialien zu den Marketing-GeschichteN? Dann folge @marketinggeschichten auf Instagram. auch hier kannst du Feedback oder Themenvorschläge loswerden.



Dr. Oetker: Doktortitel für die Erfindung des Backpulvers?

Auf der Suche nach dem Doktortitel von Dr. Oetker spielt das Backpulver aber keine große Rolle. Denn das hat nicht August Oetker, sondern der englische Chemiker Alfred Bird 1833 erfunden. Oetkers Backin basiert auf dem nachfolgenden Produkt, das Eben Norton Horsford entwickelt und in den USA unter dem Namen Professor Horsford’s Phosphatic Baking Powder verkauft hat.

Backin garantiert, dass das Backen eines Brotes – und mittlerweile auch vielen anderen Backwaren – gelingt. Dabei war das Pulver geschmacksneutral und haltbar. Das erste Logo, das noch auf den Backpulvertütchen zu sehen war, war nicht der spätere Hellkopf, sondern ein Schaumglas. Dieses Logo spielte noch auf die Apotheke an. Ab 1900 zierte dann der Hellkopf die Dr. Oetker-Produkte – und das bis heute.

Die ersten Backpulvertütchen von Der Oetker

Dr. Oetker betrieb eine frühe Form des Content Marketings

Der Erfolg vom Dr. Oetker-Unternehmen basiert aber nicht nur auf einem guten Produkt, sondern auch auf cleverem Marketing. Hierfür richtete Oetker bereits 1908 eine eigene Marketing-Abteilung ein, deren Budget sechs Prozent des Umsatzes betrug. Diese Abteilung hatte unter anderem das Ziel, in jeder Zeitung eines Ortes mit über 3000 Einwohnenden Annoncen für die Dr. Oetker-Produkte zu schalten. Auch betrieb August Oetker eine sehr frühe Art des Content Marketings. Denn er gab nicht nur kostenlose Proben heraus, sondern veröffentlichte Rezepte – erst auf den Tütchen und später auch in Heften und Büchern –, die seine Produkte beinhalteten. So etablierten sich die Dr. Oetker-Produkte in den Haushalten Deutschlands. 

Pionierarbeit in der Werbebranche

Obwohl August Oetker im Jahr 1918 verstarb, bestritt das Dr. Oetker-Unternehmen immer wieder neue Wege, was ihre Werbemaßnahmen angeht. Nachdem 1927 der erste Werbefilm von Dr. Oetker in den Kinos lief, wurden ab 1956 regelmäßig Werbespots im TV geschaltet, in denen Frau Renate die Dr. Oetker-Produkte bewarb. Frau Renate verkörperte eine moderne, selbstständige Hausfrau, die natürlich mit Backin backt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Marketing-GeschichteN Podcast (@marketinggeschichten)

//www.instagram.com/embed.js

Hatte Dr. Oetker nun einen Doktortitel?

Kurz gesagt: Ja, das hatte er. Allerdings nicht in dem Fachbereich, in dem man es vielleicht vermuten könnte. Die Geschichte rund um das Dr. Oetker-Unternehmen und August Oetker ist hier nur sehr verkürzt und oberflächlich dargestellt. Am besten hörst du dir die sechste Folge von Marketing-GeschichteN an, da bekommst du auch noch mehr Infos dazu, wie das Backpulver entstanden ist, welche Marketing-Maßnahmen Oetker noch vornahm und wie sich das Unternehmen in der NS-Zeit positionierte.


Feedback und Themenvorschläge

Wenn du Feedback loswerden möchtest, oder einen Themenvorschlag hast, dann melde dich am besten per Mail an marketinggeschichten@gmail.com bei mir oder schreib mir auf Instagram.

Alle Folgen von Marketing-GeschichteN:

Wie ist Play-Doh entstanden? Marketing-GeschichteN

USA, in den 1950ern: Der Kutol Wall Cleaner steht kurz vor dem Aus. Mit dem Reinigungskit kann man easy den Ruß der Kohleöfen von den Tapeten entfernen. Das Problem: Es gibt nun bereits abwaschbare Vinyl-Tapeten und Zentralheizungen, die das Produkt obsolet machen. Auftritt Kay Zufall! Die Kindergärtnerin entdeckt das Potenzial der Masse und gibt es den Kindern, die sie betreut, zum spielen. Das ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die mehr mit dem Zufall zu tun hat, als man heute vielleicht denkt. Wir gehen in dieser Folge der Frage nach: Wie ist Play-Doh entstanden? Jetzt reinhören! +++ Abonniert meinen neuen Newsletter "Podcast ohne Kohle" +++Hier gehts zu Substack (keine App oder Konto nötig)TV-Werbung: https://www.youtube.com/watch?v=_Mv0EfkLRDYDanke fürs Zuhören! 💞Wenn dir der Podcast gefällt, freue ich mich über eine Bewertung oder einen Follow.Wenn du Themenvorschläge hast, schick mir eine Mail an marketinggeschichten@gmail.comDu möchtest Marketing-GeschichteN unterstützen? Spendier mir einen Kaffee: https://ko-fi.com/marketinggeschichtenMehr von Marketing-GeschichteN findest du hier:Zum Blog mit Bildmaterial und Zusatzinfos: https://guterdinge.blog/Folgt dem Podcast auf Instagram: @marketinggeschichtenHost, Produktion, Schnitt und Recherche: Nadine von Piechowski Musik: Audiojungle  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
  1. Wie ist Play-Doh entstanden?
  2. Warum gibt es in Australien keinen Burger King?
  3. Steckt hinter Dr. Martens ein echter Doktor?
  4. Guinness: Vom Werbeboykott zur Love Brand
  5. Was ist mit der Getränkemarke Prime passiert?

Published by