Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt für ihren fantastischen Käse – und vor allem das Käsefondue – bekannt. Kein Wunder also, dass viele Menschen davon ausgehen, dass Käsefondue ein Nationalgericht der Schweiz ist, das schon eine jahrhundertealte Tradition hat. Ob das wirklich so ist, hörst du in der fünften Folge. Eine Kurzfassung inklusive Bildern bekommst du im folgenden Blogartikel.
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Homer liefert das erste Käsefondue-Rezept
Das Gericht Käsefondue hat seinen Ursprung vermutlich nicht in der Schweiz, sondern in Griechenland. Homer, dem die Epen Ilias und Odyssee zugeschrieben werden und der vermutlich gegen Ende des 7. Jahrhunderts vor der Zeitenwende lebte, schrieb bereits von einem Weinmus, das dem heutigen Käsefondue ähnelt. Im elften Gesang der Ilias heißt es in der Übersetzung:
„Hierin mengte das Weib, an Gestalt den Göttinnen ähnlich, Ihnen des pramnischen Weins, und rieb mit eherner Raspel Ziegenkäse darauf, mit weißem Mehl ihn bestreuend, Nötigte dann zu trinken vom wohlbereiteten Weinmus.“
Illias, 11. Gesang
Dieser Weinmus stimmt zwar nicht ganz mit den heute üblichen Repzepten für Käsefondue überein, aber die Beigabe von Mehl und Wein, was in allen Rezepten ein wichtiger Zubereitungsschritt ist, findet sich hier bereits wieder.
Die Schweiz und das Käsefondue
Der Schweizer Dominik Flammer, der sich in seinem Buch „Schweizer Käse“ mit dem Ursprung des Gerichts auseinandersetzt, erklärt in einem Artikel, dass die Bauern in den schweizerischen Alpen schon früh draufgekommen sind, Käse zu schmelzen und daraus eine warme Mahlzeit zu machen. Allerdings sei diese Vorstufe des schwiezer Käsefondues eher ein Essen für die ärmere Bevölkerung gewesen, sodass es keinen großen Anklang in der Gesellschaft fand. Das erste richtige Rezept für Käsefondue, das aus der Schweiz stammt, hat die Zürcherin Anna Gessner 1699 aufgeschrieben.

Die Schweizerische Käseunion
Für den Weltruhm des Käsegerichts sorgte hauptsächlich die schweizerische Käseunion. Dieser Zusammenschluss wurde 1914 unter dem Namen Genossenschaft Schweizerischer Käse-Exportfirmen gegründet und blieb bis 1999 unter dem Namen Schweizerische Käseunion (SKU) bestehen.
Die SKU hatte die folgenden Aufgaben: Den Verkauf von Schweizer Käse im In- und Ausland steigern – hierfür wurde von Anfang an auf Werbeanzeigen zum Beispiel in Magazin gesetzt – , für einen einheitlichen Preis der Güter, also Käse- und Milchprodukte, sorgen und die Bevölkerung mit ausreichend Käse versorgen.
Bereits seit dem 17. Jahrhundert exportiert die Schweiz Käse in andere europäische Länder. Die 1929 beginnende Weltwirtschaftskrise sowie die beiden Weltkriege erschwerten dieses Exportgeschäft allerdings. Der Käseexport kollabierte. Die SKU handelte daher radikal und verkleinerte das Käsesortiment von über 1000 Käsesorten radikal. Auch wurde das Käsefondue als Traditionsgericht der Schweiz in zahlreichen Werbemitteln proklamiert. Also machte die Käseunion erst Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Käsefondue ein uraltes traditionelles Schweizer Gericht.

Mittlerweile haben sich die Exportmärkte wieder erholt und die Schweiz verkauft fast 80.000 Tonnen Käse ins Ausland.
Die Geschichte rund um das Schweizer Käsefondue ist hier nur sehr verkürzt dargestellt. Am besten hörst du dir die fünfte Folge von Marketing-GeschichteN an, da bekommst du alle Infos.
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